Peoplefotografie

Modelshooting #2 - Ideenfindung

Selbstverständlich machen auch Shootings Spaß, die nicht bis ins letzte Detail durchorganisiert sind und hinter denen keine bestimmte Bildidee steckt! Ein hübsches Model in feinem Outfit an einer tollen Location kann genügen, um auch ohne Konzept schöne Fotos schießen zu können.

 

Doch will man mit den Bildern Geschichten erzählen, kommt man um eine richtige Bildidee nicht herum. Wie kommt man nun zu einer Bildidee? Wie wird daraus ein Projekt?

 

 

 

Im Laufe eines jeden Tages gibt es unzählige Eindrücke, die in unseren Köpfen ein Ideenfeuerwerk zünden können. Man sieht ein Bild, eine Szene auf der Straße, eine großartige Location und plötzlich hat man eine Idee für ein Fotoshooting.

 Ich rate dazu, sich ein kleines „Ideentagebuch“ zuzulegen und dieses ständig griffbereit zu haben. Ob diese Aufzeichnungen digital (Sprach- oder Textnotizen) oder mittels Bleistift und Papier erfolgen, ist unwichtig. Wichtig ist es, etwaige Bildideen – auch wenn sie nicht ausgereift sind – sobald als möglich zu notieren! Meist genügen Stichworte, um ein Projekt später in Ruhe zu überdenken und auszuarbeiten.

 

Doch was tun, wenn trotz der vielen täglichen Eindrücke kein Thema gefunden wird?

Hier gelangt man auch mittels Zufallsprinzip zu einer Bildidee. Ich möchte euch meine Vorgehensweise anhand eines meiner realisierten Projekte schildern: 

Es begann mit einem Sachbuch (ein Roman oder ähnliches hätte auch gepasst – außer einem Telefonbuch ist fast alles geeignet). Wahllos schlug ich in dem literarischen Werk irgendeine Seite auf und zeigte ohne hinzusehen mit einem Finger auf ein Wort. Ich landete bei „und“. Damit konnte ich erstmals nichts anfangen, auch nicht mit vier weiteren wahllos ausgewählten Wörtern. Daher wurde das Procedere mehrmals wiederholt. Als mein Finger das Wort „warten“ traf, war dies eine gute Ausgangsbasis um eine konkrete Bildidee zu entwickeln. In der Folge verwendete ich Mind-Mapping*, um nach passenden Wörtern zu suchen und das Projekt zu erarbeiten.

Welche Person?
Outfit?
Requisiten?
Location?
Handlung?
Emotionen?
u.a.

WartenBusBushaltestelle DessousKoffer: Aus diesen Wörtern (ich hatte beim Mind-Mapping natürlich wesentlich mehr zum Ausgangswort passende Begriffe gefunden), entwickelte ich schlussendlich eine konkrete Bildidee, die eine Geschichte erzählen könnte: Eine junge Frau (sie ist mit Dessous und einem leichten Mantel bekleidet) wartet mit einem Koffer in einem Wartehäuschen auf einen Bus. Vielleicht hat sie ihren Freund überstürzt – daher die knappe Bekleidung – verlassen? ….

 



*Beim Mind-Mapping werden Gedanken nicht wie üblich hinter- oder untereinander notiert sondern das Hauptthema der Notizen wird in die Mitte des Blattes geschrieben. Weitere Einfälle werden als Schlüsselwörter auf Linien, die von der Mitte des Mind-Maps ausgehen, notiert. Es entsteht so eine bildhafte Darstellung der gesammelten Gedanken – man könnte fast sagen eine Gedankenkarte.

Üblicherweise kommt der Moment, da man bei diesen Einträgen Zusammenhänge sieht: Eine Bildidee wird geboren! Diese Mind-Maps kann man wieder mittels Papier und Schreibzeug oder auch mittels Software (z.B. freeplane, mindmap für PC oder schematicmind für Tablets) erstellen.

Im Bild rechts mein mit dem Programm freeplane entwickeltes Fotoprojekt „Warten auf den Bus“.

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